Bilder freistellen, also zurecht zu schneiden und zu drehen ist eines der essentiellen Aufgaben in der Fotografie. Es ist wirklich erstaunlich, wie oft ich die Bilder leicht drehen muss, obwohl ich immer Gitterlinien bei der Aufnahme einblenden lasse.
In Lightroom ist das Drehen oder Freistellen im Allgemeinen sehr leicht. Kommen wir zum Ersten und meines Erachtens eines der wichtigsten Tastenkürzel in Lightroom: R ruft die Freistellpalette auf, egal, in welchem Modul (Bibliothek, Entwickeln oder sonst wo) man sich befindet. Man wechselt automatisch auf das Modul Entwickeln, wenn man die Taste R drückt.
Tastenkürzel erleichtern das Leben in Lightroom sehr. Allerdings möchte ich nicht (wie manche Websites es tun) alle Tastenkürzel auf einmal auflisten, denn erfahrungsgemäß merkt man die sich sowieso nicht. Ich möchte nur in den Beiträgen ab und zu auf hilfreiche und von mir oft verwendete Tastenkürzel hinweisen, die man nach und nach lernen kann.
Die Freistellpalette ruft man also mit der Taste R auf, das man sich einfach mit Rectangle oder Rechteck merken kann.
Zunächst sehe ich mir das Bild an und überlege, welches Seitenverhältnis auszuwählen ist. Meist fotografiere ich mit 4:3 oder 3:2 Seitenverhältnis. Dies muss aber nicht unbedingt das Zielformat sein, das ich haben möchte. Während des Fotografierens eignen sich z. B. 4:3 Bilder dann, wenn man etwas mehr Fleisch außen drum herum haben möchte (das später im Bildbearbeitungsprogramm beschnitten wird), oder es ist zufällig gerade an der Kamera eingestellt, wenn man einen Schnappschuss macht oder das Motiv ist etwas langgezogenes Senkrechtes (Hinweis: ich versuche wann immer es geht, Hochkantbilder zu vermeiden - ganz einfach deswegen, weil man sich die Bilder später meist an 16:9 Bildschirmen ansieht und ein Hochkantbild dann sehr eingedampft wirkt).
Mein Lieblings-Zielformat ist 3:2, weil das sich noch sehr schön am 16:9 Bildschirm anzeigen lässt und rechts und links kaum schwarze Balken hinterlässt. Sollen Bilder ausgedruckt werden, so ist das 3:2 Format eines der homogensten Formate - hier eignen sich 16:9 formatige Bilder eher weniger.
Dennoch kommt das Zielformat auf das Motiv an. Meist verwende ich 3:2. Wenn ich etwas Breites darstellen möchte mit viel Raum, dann nehme ich 16:9 und wenn etwas hohes dargestellt werden soll, oder ich ein 4:3 Bild habe und kein 3:2 draus machen kann, weil ich das Motiv beschneiden würde, so verwende ich 4:3.
Um in Lightroom ein bestimmtes Format auszuwählen, drückt man in der Freistellpalette einfach auf Original (neben dem Schlosssymbol) und wählt das Format, das man habe möchte, aus. Hinweis: Hat man einen neuen Katalog angelegt, so muss man einmalig für diesen Katalog die Formate 4:3 und 16:9 anlegen. Dies tut man, indem man auf Ben. Def. eingeb. klickt und dann das entsprechende Format eingibt. Hat man das Format ausgewählt, so kann man den entsprechenden Bildausschnitt wählen. Manchmal, aber sehr selten, braucht man Zwischengrößen und will den Ausschnitt frei wählen. Dann kann man das Schlosssymbol drücken, so dass es offen ist und kann dann den Ausschnitt an den Ecken oder am Rand beliebig vergrößern oder verkleinern. Ich brauche das fast nie.
Übrigens kann man das Bild mit dem Freistellen auch relativ einfach von Störungen am Rand befreien (wenn z. B. jemand gerade ins Bild läuft, oder irgendwelche störenden Pfosten oder Gegenstände im Bild sind oder sonstiges), indem man einfach das auszuschneidende Rechteck verkleinert. Denn eine von den drei wichtigen Fotografierregeln ist: Vereinfache! Hinweis: Die 3 Fotografierregeln, die das New York Institute of Photography weitergibt, sind:
1. Kenne dein zu fotografierendes Objekt!
2. Stelle dein Objekt besonders heraus!
3. Vereinfache so weit wie möglich (d. h. beseitiige alle Störungen)!
Wer mehr darüber nachlesen möchte, der kann sich hier schlau machen.
2. und 3. lassen sich auch im Nachhinein (nachdem das Bild gemacht wurde) z. B. durch Lightroom noch verbessern, unter anderem durch Freistellen. Wer beim nächsten mal Bilder durchgehen auf diese Randstörungen achtet wird feststellen, wie oft und wie einfach sich solche Störungen beseitigen lassen. Störungen, die sich mehr in der Mitte aufhalten, lassen sich auch sehr leicht mit dem Kopierstempel entfernen - dies werde ich in einem extra Post vorstellen.
Der nächste Schritt ist, dass das Bild gedreht wird. Wenn man mit der Maus etwas von der Kante des Bildes wegfährt, so verändert sich der Mauszeiger und man kann das Bild drehen. Hilfreich ist, dass Lightroom automatisch ein engmaschiges Gitternetz anzeigt, wo man kontrollieren kann, ob das Bild Gerade ist. Oft verwende ich aber auch die Wasserwaage: Man klickt in der Freistellpalette auf die Wasserwaage und fährt dann ins Bild, z.B. am linken Rand eines Horizonts. Man hält nun die Maus gedrückt und fährt zum rechten Punkt des Horizonts. Lightroom zieht eine Linie und man kann diese sehr schön an den Horizont anpassen. Lässt man nun die Maustaste los, so dreht Lightroom das Bild genau soweit, bis diese Linie 100 %ig horizontal ist. Ein super Feature. Das ganze funktioniert auch in der Vertikalen an z. B. Gebäude-Kanten.
Mit einem Doppelklick ins Bild schließt man die Freistellpalette.
Ein nettes Freistell-Video-Tutorial findet sich im Übrigen hier.
Ich habe gerade gelesen Blog häufig. Vielen Dank für Ihre Gedanken .... es ist ein schöner Beitrag war.
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